Wir trauern um die Freie Kameradschaft Soest – Nicht!

Eine Vermutung wird zu Gewissheit: Die Freie Kameradschaft Soest scheint das Zeitliche gesegnet zu haben! Auch wenn sich die Trauer über das Dahinscheiden der Soester Nazi-Gruppierung in unseren Reihen eher in Grenzen hält, so wollen wir uns doch „gebührend“ von ihr verabschieden. Möge sie in Frieden ruhen und das tun, was sie am besten kann – gar nichts.

Rückblick:
Vor ziemlich genau einem Jahr, in der Nacht auf den 29. Januar, wurde der 20-jährige Tim K. von dem damals noch 17-jährigen Kayahan B. auf einer Vorabi-Feier eines Soester Gymnasiums durch einen Messerstich tödlich verletzt. Schon kurz nach der Tat meldeten sich hiesige Neonazis zu Wort und nutzten die Welle aus Trauer und Empörung über den Vorfall, um sich Gehör für ihre diskriminierende, ausländerfeindliche Propaganda zu schaffen. Den widerlichen Höhepunkt dieses Versuchs bildete der 12. Februar 2011: Ein von Hammer Neonazis organisierter „Trauermarsch“ unter dem Motto „Tim K. – Opfer eurer Ignoranz“ war ein weiter kläglicher Versuch, mit Parolen wie „Kriminelle Ausländer raus!“ gegen Menschen mit Migrationshintergrund zu hetzen. : Während in der Innenstadt im Gleichschritt „getrauert“ wurde, zeigten zahlreiche Antifaschisten entlang der Demonstrationsroute, was sie von den Nazis hielten, sodass die Kundgebungen auf dem Potsdamer Platz sowie die Abreise am Bahnhof eher ein trauriges Schauspiel boten.
Trotz dem faden Geschmack, den die Demo bei den Nazis hinterlassen haben dürfte, fühlten sich einige der ortsansässigen Nazis durch dieses fragwürdige „Highlight“ dazu beflügelt, eine rechte Szene in Soest zu etablieren – die Geburtsstunde der „FKS“.
Jedoch scheinen sich die Kameraden nicht ganz bewusst gewesen zu sein, wie denn solche Strukturen aufzubauen seien, sodass sich die politische Arbeit auf das Drucken einiger recht erbärmlicher Sticker sowie das Grölen von Parolen in betrunkenem Zustand am Soester Bahnhof erstreckte.
Lange Zeit hörte man nichts mehr von den rechten Strolchen – bis dann am 20. Juli 2011 die Sensationsmeldung des Jahres auftauchte: Auf ihrer Internetpräsenz (beziehungsweise dem Versuch einer Internetpräsenz) kündigten die Rechtsextremisten in fragwürdigem Deutsch ein großes „Comeback“ an; die „vermeITliche AbwesenDheit“ sei dazu genutzt worden, sich neu zu organisieren. Es würde heiß werden in Soest und Umgebung – so jedenfalls die Ankündigung.
Von der versprochenen Hitzewelle kam bei uns jedoch nicht einmal eine lauwarme Brise an. Die politische Arbeit der Freien Kameradschaft scheint da geendet zu haben, wo sie begonnen hat – im nichts. Die einzigen „Aktivitäten“ (sofern man diese so nennen kann) beschränken sich auf das Verhalten typischer Sauf-Nazis. Hin und wieder sieht man eine oder mehrere der jämmerlichen Gestalten durch die Innenstadt ziehen (stets mit Alkohol bewaffnet, um das klägliche Dasein erträglicher zu gestalten) und Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, anpöbeln oder bedrohen – leere Worte. Dass sich die Wichte offensichtlich selbst nicht so ganz ernst nehmen, erkennt man daran, dass mehrere stadtbekannte Nazi-Visagen des öfteren in Gemeinschaft mit Migranten gesichtet wurden – ungeahnte Toleranz oder schlicht Dummheit?

Genug der warmen Worte: Wir weinen euch keine Träne nach! Soest braucht und will euch nicht – bleibt in euren Löchern!