Weshalb Soest Freiräume so dringend nötig hat.

Die Diskussion um das Vorgehen gegen die „problematischen Jugendlichen“ an Wochenendtagen in der Soester Altstadt ist aktueller denn je. Erst vor kurzem wurde dazu ein Ratsbeschluss verabschiedet, der weitgehende Kontrollen und Überwachung der vermeintlichen „Problemkinder“ ins Auge fasst. Den „saufenden, Krach schlagenden und randalierenden“ Störern soll durch städtische Maßnahmen Einhalt geboten werden. Geplant ist unter anderem eine Aufstockung des uniformierten Personals, die mit „entsprechenden Befugnissen ausgestattet“ sind und planlos durch die Innenstadt latschen. Des weiteren sind sogenannte „Alkoholverbotszonen“ und ein Bußgeldkatalog für die „Randalierer“ geplant, um die Sauberkeit und Sicherheit für die ach so gepflegte Soester Gesellschaft sicherzustellen. Diese Maßnahmen stehen unter dem äußerst „kreativen“ Motto „Sicher. Sauber. Soest“
Soweit die Utopie von CDU, FDP und BG. Doch schon zum jetzigen Zeitpunkt ist es nahezu eine Unmöglichkeit, sich freitags- oder samstagsabends in der Soester Innenstadt aufzuhalten, ohne den unfreundlichen, inkompetenten Sicherheitskräften des privaten Securitydienstes „Soest Protect“ über den Weg zu laufen, die durch ihr aggressives und unprofessionelles Verhalten nicht gerade einen besonders seriösen Eindruck auf die Soester Jugendlichen machen. Begleitet von Ordnungsbeamten werden Jugendliche von Schulhöfen und aus Parks regelrecht verscheucht – aus den Augen, aus dem Sinn – nur um feststellen zu müssen, dass die Jugend ihr „Unwesen“ weiter in der Altstadt treibt, bevorzugt auf dem südlichen Teil des Marktplatzes zwischen dem dort ansässigen Kneipen wie zum Beispiel dem Pesel. Auch hier stehen Sicherheits-“Rambos“ in Uniform mit Schlagstock und Pfefferspray bereit, um die Jugendlichen aufzumischen und ihnen damit unmissverständlich und nicht weniger unfreundlich deutlich machen, dass sie nicht erwünscht sind. Den Soester Jugendlichen steht de facto kein Freiraum zur Verfügung, an denen sie tatsächlich erwünscht sind; nun sollen diese weiter eingeschränkt werden durch zusätzlich angeheuerte Pseudo-Söldner aus dem Hause „Soest Protect“. Gerade wir als Jugend-Antifa sehen uns besonders von diesem dubiosen Ratsbeschluss und seinen Konsequenzen betroffen. Anstatt eine Lösung im Dialog mit den Betroffenen zu suchen, wird eine Politik der Repression auf Kosten von uns, den Jugendlichen, geführt. Wie Werner Liedmann, Sprecher der Grünen, treffend formuliert, ist dieses Vorgehen schlicht „unglaublich“ und macht Soest zunehmend unattraktiver für Jugendliche.

(Die Zitate stammten aus den Zeitungsartikeln „Bußgeld gegen Randalierer“ und „Streit um die rechte Ordung“ aus dem Soester Anzeiger)